Gemalt habe ich seit ich denken kann. Alles was, ich darüber weiß, habe ich mir selbst beigebracht oder die angewandte Technik ist aus dem Gefühl heraus entstanden. Teilweise machte ich rasante Fortschritte, was andere als Talent bezeichneten. Wobei ich denke, dass dieses Kreativsein in jedem von uns zu finden ist. Ich habe mal gelesen, dass der Mensch kreativ sein muss, egal wie, um er selbst zu sein und sich auszudrücken.
Mit etwa sieben Jahren war mir klar, ich bin Künstlerin und
will das werden, welcher Gedanke meiner Familie nicht besonders gefallen hat,
immerhin hieß es, dies sei brotlose Kunst und nur ein toter Künstler verdiene
Geld. Durch das ständige Streben nach Anerkennung der Schaffungshöhe, in der
Familie und durch private Probleme wurden meine Bilder gerade in der Jungendzeit
immer depressiver, deren Inhalte ich teilweise nicht veröffentlichen möchte. Damals war die Kunst mein einziges Ventil dies
alles loszuwerden. Auf die Fragen meines Lehrers hin, warum ich so etwas malen
würde, begann ich wieder schön zu zeichnen, denn um schöne Bildern macht niemand
Rummel. Daraufhin bekam ich eine Blockade, die ich Jahre später erst beseitigen
konnte. Es war bis dato ein gewaltiger Kraftakt überhaupt noch etwas in Richtung Kunst zu bewerkstelligen. Andererseits ging es mir aus diesem Grunde immer schlechter. Ich wollte malen und konnte es nicht...Eines Tages bearbeitete ich einen Speckstein und dann wurde mir ganz plötzlich klar - das bist du und willst du immer sein. Es war als, eröffne sich ein direkter Kanal zu allem...als sei alles Eins, es in mir und ich in ihm...
Meine Gedanken und Träume wurden Anfang 20 immer intensiver und drängender, ich solle Künstlerin werden, bis ich es nicht mehr aushielt und mir es immer schlechter ging, nicht der sein zu können, der ich wirklich bin. Nun bin ich selbstständige Künstlerin und meine Familie weiß es bis heute nicht. Aber es ist wichtiger, dass ich es weiß und dass man es fühlt, dass man ein Nein nicht akzeptieren muss und seinen Gefühlen folgt und nicht denen anderer.
Wenn ich male, fühlt es sich so an, als ob man mit dem Bild oder der Skulptur kommuniziere und es bzw. sie einem eine Geschichte über sich erzähle. Diese Gefühle und den Charakter versuche ich in meinen Bildern widerzugeben. Wenn ich wieder Künstler bin, dann scheint sich wieder diese Welt zu öffnen, in der man den Eindruck gewinnt, als sei alles Eins. Ich solchen Momenten "Bin Ich" einfach.